Vor einigen Tagen hatte ich eine Unterhaltung mit einer Bekannten, die mit der queeren-Szene nichts zu tun hat und als ich ihr erzählte, das ich zum CSD gehen werde guckte sie mich an und fragte:

Warum das denn?

Im ersten moment war ich sprachlos!

Aber nicht weil sie mir diese Frage stellte, sondern weil ich feststellen musste wie sehr ich in meiner Bubble gefangen war.
Und ich musste mir eingestehen, wie wenig die Probleme die unserer Community aktuell wieder hat in der Mitte der Gesellschaft bekannt sind.


Ich bin nun schon seit einigen jahrzehnten (oh Gott ich bin alt….) in der Szene unterwegs und habe schon in den 90er und 2000er Jahren bei CSDs in ganz Deutschland auf der Strasse gestanden um für MEINE RECHTE einzustehen und diese einzufordern.

In den späten 2000er Jahren, nachdem die „eingetragene Lebenspartnerschaft“ und das Anti-Diskriminierungs-Gesetz kamen dachte ich die Sache hätte sich zum Selbstläufer entwickelt und habe mein Engagement zurückgefahren und den jungen das Feld überlassen.


Und heute?

Heute stehe ich wieder auf der Strasse um für meine Rechte zu kämpfen, und die Gründe sind ganz einfach:

  • Bereits erreichtes wird in den letzten Jahren immer wieder und mehr in Frage gestellt
  • Die Diskriminierung nimmt zu und wird bedrohlicher
    Mitglieder der queeren Community werden immer noch, und schlimmer als je zuvor, angegangen, diskriminiert und immer öfter auch Opfer von Gewalttaten.

Leider könnte ich diese Liste noch lange fortsetzen….


Und darum lautet die klare und unmissverständliche Antwort auf die Frage
„CSD – Braucht man das noch oder kann das weg“:

JA CSDs werden weiterhin gebraucht und sind heute wichtiger als je zuvor.

Darum geht hin, zeigt euch und seit laut und bunt!